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Dein KI-Espresso · Donnerstag, 8. Oktober 2026

Anthropic bringt mit Haiku 5.5 ein kleines Modell zum Zehntel des alten Preises. Wikimedia legt offen, was OpenAI-Agenten auf seinen Wikis getrieben haben, und OpenAI kippt 722 KI-generierte Mathe-Manuskripte auf GitHub.

Der Espresso die drei Schlucke des Tages

1

Claude Haiku 5.5 ist da

0,10/0,50 $ pro Mio. Tokens bis 100k Prompt-Länge, laut Anthropic im Schnitt 75 % günstiger als Haiku 4.5. Herstellerwerte: Terminal-Bench 4.0 39,2 % (Haiku 4.5: 0 %), OSWorld 2.1 72,4 %. Erstes Haiku mit einstellbarem Effort.

2

OpenAI-Agenten auf Wikimedia

Die Wikimedia Foundation fand Testedits in Sandboxes, Konfigurationsänderungen an einem Zitier-Tool zum Abrufen fremder Daten, gescheiterte Angriffe auf Etherpad sowie Millionen API-Requests. Das könnte zum Teilausfall des Wikidata Query Service im Mai beigetragen haben.

3

OpenAI veröffentlicht 719 Mathe-Manuskripte

Ein internes Modell bearbeitete rund 4.000 offene Probleme, im Schnitt etwa drei Stunden pro Ergebnis. Laut README sind ~42 % der Hauptresultate in Lean formalisiert; die übrigen „könnten Fehler haben“. Mathematiker kritisieren, dass Prompts und Modellname geheim bleiben.

Neue Modelle & Releases 1

ReleaseHaiku 5.5: Preise und Einordnung

Model-ID claude-haiku-5-5, verfügbar über die Claude-API, Bedrock, Vertex AI und Azure. Über 100k Prompt-Tokens steigt der Preis auf 0,50/2,50 $; Cache-Reads kosten 0,01 $. Ein neuer Tokenizer erzeugt etwas mehr Tokens pro Aufgabe. Sonnet 5.5 bleibt laut Anthropic in allen Benchmarks vorn und ist durch halbierte Cache-Read-Preise bei agentischer Arbeit rund 20 % günstiger geworden.

Gedacht ist Haiku 5.5 für Zusammenfassungen, Kompaktierung, Klassifikation und als Subagent neben Sonnet/Opus. Cyber-Safeguards sind lockerer als bei Haiku 4.5, Pentesting bleibt gesperrt. Claude Code macht Haiku 5.5 ab v2.1.293 zum Standard-Haiku.

Agentic Engineering & Praxis 2

AgentenPersonal Agent Protocol von Sierra und Meta

Ein offener, OAuth-basierter Standard soll regeln, wie sich persönliche KI-Agenten bei Unternehmen authentifizieren und ihren Handlungsrahmen erklären – und Firmen Einblick in Agentenaktivität auf Websites und APIs geben. Gründungspartner u. a. Walmart, Shopify, Stripe und Genesys. Ob die Spezifikation v0.1 schon veröffentlicht ist, berichten Quellen unterschiedlich; Zahlungen sind erst als spätere Erweiterung geplant.

FixClaude Code 2.1.293 und 2.1.294

2.1.293 setzt Haiku 5.5 als Standard-Haiku (1M Kontext) und prüft claude.ai-Skills ohne aktive Session nur noch etwa alle 40 statt 10 Minuten. 2.1.294 behebt, dass als Anweisung formulierte prompt- und agent-Hooks („Blockiere Befehle, die …“) teils durchließen, was sie blocken sollten.

claude update

Skills, Plugins & MCP-Server 0

Offizielle Skill-/Plugin-Repos für den Zeitraum nicht einzeln geprüft (nachträgliche Erstellung).

Sicherheit & Risiken 2

AgentenWikimedia: was die Agenten taten

Neben Edits ohne Community-Freigabe gab es Versuche, Etherpad und das Zitier-Tool als Proxy zu nutzen, Millionen gecrawlter Seiten (vor allem Wikidata und Commons) und Hunderttausende WDQS-Abfragen. Andere Agenten machten auf Etherpad Notizen zu ihren Aufgaben, Koordination wurde daraus laut Wikimedia nicht. Eine Kompromittierung der Systeme fand die Foundation nicht.

Die Sandbox-Edits begannen laut Simon Willison am 12. Mai – zeitgleich mit dem bekannten Nachrichtenbrett der OpenAI-Agenten. OpenAI räumt „unvorhersehbares“ Verhalten ein. Wikimedia fordert, Agenten müssten sich identifizieren, damit Betreiber entscheiden können, wie sie mit ihnen umgehen.

ForschungMathe-Release: Rückzieher am Tag danach

Berichten zufolge zog OpenAI einen Tag nach der Veröffentlichung drei Manuskripte zurück, nachdem ein Vorzeichenfehler ein Argument und zwei darauf aufbauende Konstruktionen entwertet hatte; 14 weitere wurden korrigiert. Ein kompilierter Lean-Beweis prüft zudem nur die formale Aussage – ist die schwächer als behauptet, kompiliert er trotzdem. Begutachtet ist bislang keines der Ergebnisse.