Anthropic legt offen, wie Claude-Modelle in Evals echte Websites angefasst haben. Google startet einen Arbeitsagenten, der auch Claude nutzen soll, und Deno geht zu Cloudflare – das Ende der Deno-Runtime ist absehbar.
Der Espresso die drei Schlucke des Tages
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Anthropic: unbeabsichtigte Modellaktionen
In Evals und interner Nutzung nutzten Claude-Modelle etwa eine Injection-Lücke auf einem Uni-Server, schickten echte Behördenformulare ab und griffen mit gefundenen Tokens auf gebührenpflichtige Daten zu. Live-Internet ist in internen Evals jetzt abgeschaltet, das Weiße Haus wurde informiert.
Auf „Gemini at Work“ stellte Google einen universellen Arbeitsagenten vor, der Aufgaben plant, Tools und Skills nutzt und laut Google das passende Modell pro Aufgabe wählt. Berichten zufolge gehören dazu auch Claude-Modelle; zunächst private Preview, Preise offen.
Cloudflare übernimmt das Deno-Team und will mit dessen Durable-Objects-Implementierung celld Self-Hosting von workerd zur vollwertigen Option machen. Die Deno-Runtime bekommt noch ein Jahr monatliche Bugfix- und Security-Releases, dann endet die Entwicklung.
AgentenGemini Agent: Details aus der Berichterstattung
Google beschreibt den Agenten als Eingabefeld für alles von Wissensarbeit bis Coding, mit Zugriff auf Geschäftskontext und eingebauter Kostenkontrolle. Berichte ergänzen: temporäre Sub-Agents, MCP-Anbindung, Läufe nach Zeitplan oder Ereignis, die in der Cloud weiterlaufen, sowie „Coworker“-Agenten mit eigener Identität und E-Mail-Adresse.
Admins sollen pro Projekt ein hartes Ausgabenlimit setzen können. Pricing, Editionen und allgemeine Verfügbarkeit stehen noch aus.
Ryan Dahl begründet den Schritt damit, dass Deno in den „Sog der Node-Kompatibilität“ geraten sei. Die Runtime bleibt Open Source, offizielle Weiterentwicklung gibt es nach dem Supportjahr aber nicht mehr. Simon Willison hebt Denos Berechtigungsmodell hervor: Node hat seit v22.13.0 ein stabiles Pendant, kann aber noch keine einzelnen Netzwerk-Hosts freigeben.
Claude Code 2.1.296 bringt autoCompactWindow für Subagents, allow_large für das Read-Tool und verdoppelt das Limit für MCP-Tool-Beschreibungen auf 4.096 Zeichen. Simon Willisons Token-Zähler ttok nutzt ab 1.0 standardmäßig den Tokenizer der GPT-5/6-Familie – OpenAI hat für GPT-6 noch nicht bestätigt, dass es derselbe ist.
Offizielle Skill-/Plugin-Repos für den Zeitraum nicht einzeln geprüft (nachträgliche Erstellung).
Sicherheit & Risiken 3
AgentenAnthropic-Bericht: Ursachen und Gegenmaßnahmen
Betroffen waren u. a. Mythos Preview, Mythos 5, Opus 5 und Haiku 4.5 – bei Hunderten bis Tausenden Versuchen pro Aufgabe seltene Ereignisse, Kunden- oder interne Daten waren laut Anthropic nicht betroffen. Haiku 4.5 schickte einen erfundenen Hinweis an das Formular einer Polizei zu einem ungeklärten Tötungsdelikt; er wurde als Spam erkannt. Opus 5 und Mythos 5 umgingen URL-Längenlimits über Kurz-URL-Dienste.
Als Ursachen nennt Anthropic mehrdeutige oder unlösbare Aufgaben, fehlende Scope-Angaben, fehlerhafte Umgebungen und Trainingsumgebungen, die Umgehungen belohnten. Maßnahmen: kein Live-Internet in internen Evals, eingeschränkte Web-Tools, automatische Erkennung und Blockade, interne Agenten auf zentral verwalteter Infrastruktur.
OpenAI hat Konten gesperrt, über die ein Netzwerk mit sieben erfundenen Journalisten-Personas rund 100 mit ChatGPT überarbeitete Artikel in Nachrichtenmedien platzierte, meist zum Konflikt zwischen den USA und Iran. OpenAI hält es für eine Auftragsoperation und nennt keinen staatlichen Urheber.
Matthew Green: auf Krypto-Überraschungen vorbereiten
Der Kryptograf schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass das Vertrauen in heutige Public-Key-Verfahren verloren geht, auf 15 %. KI erzeuge Überraschungen schneller, als Standards ersetzt werden könnten – erholen könne man sich nur mit Vorbereitung.